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Kunst, Kultur, Veranstaltungen und Corona

  • Autorenbild: Markus Baier
    Markus Baier
  • 10. Sept. 2020
  • 2 Min. Lesezeit

Die Kultur- und Veranstaltungsbranche macht unter dem Motto "Alarmstufe Rot" auf Ihre Not aufmerksam. Zurecht, denn auch die Unterhaltung, von konsumierbar bis anspruchsvoll, ist ein Wirtschaftsfaktor, der für Deutschland im neunstelligen Bereich liegt und von dem viele Familien Leben. Aber es gibt uns auch viel mehr. Gemeinschaft mit anderen Menschen zum Beispiel. Treffen, zusammen freuen, lachen, sinnieren, nachdenken. Anstöße, um über den Tellerrand zu gucken oder einfach Zeit, um den Alltag zu vergessen. Von Beethoven über Beatles zu Berg, von Schiller zu Schlingensief, die Vielfalt bereichert unser Leben und macht Menschen glücklich. Deshalb fehlt uns etwas. Die Pandemiesituation erlaubt keine Großveranstaltungen, und das ist nur vernünftig. Aber es sollte genau hingesehen werden, dass auch in dieser Branche die gleichen Regeln wie bei anderen Branchen gelten und das etwas möglich gemacht wird. Dazu sind wirtschaftlich Hilfen hier genauso angebracht wie für ähnlich starke Bereiche wie die Automobilindustrie. Lassen wir die Menschen, die uns den Alltag schöner machen nicht im Regen stehen. Auch im Ehrenamt wird Freude bereitet, und gerade in jetzigen Zeiten ist das bedeutend. Zwar müssen die Protagonisten nicht unbedingt von Ihrer Kunst leben, die Organisation z.B. einer Theatersaison ist aber finanziell auch nicht ohne. Das Stattgespräch in Lemgo hat es geschafft, für die Corona-Saison einen Neustart auf die Beine zu stellen. Es werden zwar nur etwas 35 % Zuseher/innen in den Genuss kommen im Vergleich zu einer ausverkauften Spielzeit, aber es wird etwas angeboten. Und das halte ich für ein großartiges Zeichen. Hier wird nicht aufgegeben, sondern gezeigt, dass es mit starkem Willen und Vernunft (sprich einem Hygieneschutzkonzept, z.B. jetzt mit einem Reservierungssystem das die Adresse zur Nachverfolgung nachhält) gehen kann. Die Protagonisten sehen es auch als Zeichen der Solidarität für die "hauptamtlichen" Künstler. Freie Theater ergänzen das Angebot und stärken die Kulturszene. Seit 24 Jahren bereichert das Stattgespräch nun Lemgos Angebot und hat viele Fans gewonnen. Es wäre einfach zu schade, wenn die Tradition, kurz vor dem Jubiläum, abgerissen wäre. So wird für die Bedeutung von Kunst und Kultur insgesamt Aufmerksamkeit geschaffen. Ich durfte das Ensemble zu den ersten Proben besuchen und habe mitbekommen, wie viel Herzblut in die Produktionen gesteckt wird. Auch über die Details der genannten Probleme konnten wir uns austauschen. Aber am Vorstellungsabend werden Sie das vergessen können. Ich würde mich freuen, wenn Sie sich vom Stattgespräch 1,5 Stunden lang in eine andere Welt entführen lassen und das Engagement unterstützen. Das gilt natürlich auch für alle anderen Veranstaltungen, die es trotz Corona immer wieder, wenn auch etwas kleiner, gibt. Solange es verantwortbar ist, und in Lippe ist es das zurzeit, können wir offen sein. Die Nachrichten von Medizinern werden langsam hoffnungsvoller. Hoffen wir auf ein gutes nächstes Jahr und bringen wir alle Künstler, Veranstalter und Kulturschaffenden mit unserem Interesse über diese Zeit - zu unserem eigenen Mehrwert!



 
 
 

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